Öffnet man nun einen Eingang zum Fort, kann man die zentralen Bereiche belüften. Und so haben wir in allen von uns betreuten Objekten sehr leistungsfähige Belüftungsanlagen installiert, die am Tag bis zu 10.000 m³ Frischluft gezielt durch die unterirdischen Anlagen leiten. Dabei wird die Luft in Bodenhöhe abgesaugt und nach außen geblasen, weil sich an den tiefer gelegenen Stellen schwerere Komponenten wie Kohlendioxid anreichern. Dieses Prinzip ist auch in Zeiten von Corona vorteilhaft. Die Frischluft wird von oben in die Anlagen eingesogen.

Allerdings hat ein Fort aus der Barockzeit fein verästelte, kilometerlange Minen- und Kommunikationsgänge (Poternen), deren Lüftungsschächte praktisch alle zugeschüttet sind.

Wie kommt die Luft auch in die entlegensten Winkel? – Naja: Durch SIE!

Wenn Sie durch einen Gang gehen, verdrängen Sie die Luft darin – sie wandert nach außen in den Eingangsbereich und wird dort ins Freie geblasen. Frische Luft aber fließt nach, wenn Sie die Gänge wieder verlassen. Nach diesem Kolben-Zylinder-Prinzip funktionieren Verbrennungsmaschinen und auch unsere Forts werden so “beatmet”. Sie sind der Kolben, der sich im „Zylinder“ – dem Gang – bewegt und ihn so belüftet.

Vielleicht haben Sie es schon selbst bemerkt, wenn Sie durch einen Gang wanderten und einen Luftzug spürten, obwohl der Gang abgeschlossen war. Das war die verdrängte Luft, die an Ihnen vorbei nach außen strömte. Und so sorgen regelmäßige Führungen für gute Luft im Untergrund.

Minengang – ©Mainzer Unterwelten e.V.